Auf die Plätze, fertig – los!
Laufrad gehört dabei
Vor Jahren waren sie noch Exoten, inzwischen kurven viele Kinder damit herum: Laufräder sind ein prima Einstieg ins Fahrradfahren – wenn sie den Alltagsbelastungen standhalten. Bei zwei unserer Testkandidaten war das leider nicht der Fall.
So manch einer erinnert sich vielleicht noch an die Fernsehserie „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt” – ein Puppenfilm um einen erfindungsreichen Jungen,
seinen Roboterkumpel und natürlich das geniale Allround-Fortbewegungsmittel Fliewatüüt. So genannt, weil es fliegen konnte wie ein Hubschrauber, auf demWasser schwimmen wie ein Boot und auf dem Land fahren wie ein Auto. Ein Fliewatüüt eben.
Laufen und Fahren
Die moderne Version davon heißt Laufrad, und auch das ist so eine Art Alleskönner. Man kann mit ihm laufen und fahren, und darüber hinaus schult
ein Laufrad noch die Psychomotorik. Das heißt, ein Kind kann Balancefähigkeit, Reaktion und Wahrnehmung ausbilden (siehe auch Interview auf Seite 73). Aus diesen Gründen werden Laufräder auch bei der Therapie von psychomotorischen Störungen bei Kindern eingesetzt. Und um das Ganze abzurunden, bereitet das Zwitterding frühzeitig auf die Anforderungen im Straßenverkehr vor.
Eigenschaften, die Karl Friedrich Drais wohl noch nicht im Sinn hatte, als er 1817 ein Zweirad vorstellte, bei dem er sich mit den Füßen vom Boden abstieß. Die Erfindung fand so großen Anklang, dass Radbegeisterte in England und Amerika mit Nachbildungen der ,,Laufmaschine” herumkurvten. Drais selbst hatte davon nichts: Er starb verarmt, seine Erfindung, ein Vorreiter des Fahrrads, war einfach zu früh gekommen.
,,Draufgesprungen und losgefahren”, berichtet Stefan Brix von der Reaktion eines seiner Kinder, als er ihm ein Laufrad schenkte. Mit zwei habe Kleine Robert das Gefährt bekommen, mit fünf abgelegt. ,,Überhaupt habe ich noch nie ein Fahrzeug so unverkrampft in Kinderhänden gesehen”, sagt der Dozent für Elektro- und Computertechnik aus Wolfenbüttel, der die Erfahrungen seines Nachwuchses auf einer Webseite te (www.brix.de) schildert. „Das Wichtigste war, dass meine Söhne ihren Aktionsradius enorm erweitern und dadurch mehr Selbstständigkeit entwickeln konnten.”Voraussetzung dafür ist, dass die Laufräder halten. Das ist nicht immer der Fall, wie sich vor zwei Jahren bei einem Billigholzrad von Tchibo zeigte. In mehreren Fällen brach die Lenkergabel, einzelne Kinder wurden leicht verletzt. Peinlich für Tcliibo, das sein Rad zurückrief.
ÖKO-TEST wollte wissen, ob Laufräder in Sachen Praxistauglichkeit für Kinder geeignet sind und ob Schadstoffe in den Lenkergriffen stecken. Dafür haben
wir zehn Modelle eingekauft und in verschiedenen Testlaboren untersuchen lassen.
Das Testergebnis
Bis auf zwei Laufräder erwiesen sich alle Testprodukte als praxistauglich. Andererseits müssen wir horrende Schadstoffwerte in den Lenkergriffen kritisieren. Ein Produkt bewerten wir insgesamt mit ,,gutu’’, sechs Mal vergeben wir ,,befriedigend’’oder „ausreichend’’. Zwei Rädchen schneiden mit ,,ungenügend’’ ab.
Beim Praxistest prüfte das Labor, ob die Laufräder für die Belastungen des Alltags und somit auch gegen einen „naheliegenden Fehlgebrauch”, der in der Realität häufig vorkommt, gewappnet sind (siehe auch „So haben wir getestet”). Das Ergebnis war meist erfreulich. Zwei Räder entpuppten sich aber beim Test auf dem Rollenprüfstand als Sicherheitsrisiko: Beim Holz-Lauf-rad mit rotem Sattel von The Toy Company mussten die Verschraubungen des Holzrahmens am Steuerkopf bereits nach 250 Metern von insgesamt 25 km nachgezogen werden. Nach 500 Metern versagte die Vorderradbefestigung in der Gabel. Im Alltag würde dies nach Meinung der Tester dazu führen, dass irgendwann ein Vorderrad verloren geht.
Als Gründe für das Versagen vermuten sie zu weiches Holz und schlechte Schrauben. Auf dem Rollenprüfstand versagte auch das Laufrad Ratz Fratz 2.0 mit Hinterrad-Handbremse. Bei ihm musste der Test nach weniger als der Hälfte der vorgesehenen Prüfstrecke abgebrochen werden, nachdem der Hinterbau verzogen war und das Vorderrad ein großes Lagerspiel aufwies. Tester Ernst Brust: ,,Das Rad wäre zusammengebrochen, hätten wir den Test fortgesetzt. Es mangelte an Stabilität.” unterschiedliche Ergebnisse lieferte das ,,Gegen die Wand fahren”. Den „Frontalstoß” mit einer Stärke von 15 Newtonmetern (Nm) überstanden alle Räder problemlos. In diesem Bereich spielt sich das Überfahren leichter Bordsteinkanten ab. Anders sah es bei einer
Test Laufräder
Stärke von 50 Nm aus, die tatsächlich ein gegen eine Wand fahren simulieren soll, wie das ältere Kinder gelegentlich gerne machen. In einem Fall kam es zu geringen Verformungen. Trotzdem wäre auch dieses Rad nach Meinung des Labors noch voll einsatzfähig und sicherheitstechnisch unbedenklich gewesen.
Beim Holz-Laufrad mit rotem Sattel lockerten sich die Klemmschrauben des Rahmens. Würden sie nicht nachgezogen, führte dies nach Meinung der Tester
zu einer Radstandsänderung. Bei einer weiteren Lockerung könne die Gabel herausfallen – ein Sicherheitsrisiko für ein Kind.
Kein Rad wies Sicherheitsmängel wie scharfe Ecken und Kanten, Quetsch- und Scherstellen auf. Bei einem Rad fehlte der Prallschutz am Lenker, bei zwei weiteren wurde dieser beim Falltest vom Lenker durchstoßen. Dies birgt die Gefahr, dass die Kinder bei einem Sturz mit dem Körper auf den Lenker fallen und sich verletzen.
Likeabike
Beim Like A Bike Mountain Holzlaufrad, blauer Sattel stellten die Tester fest, dass sich die Lenkergriffe nur sehr schwer montieren lassen, da der Lenker flach geschnitten ist, die Griffe hingegen rund sind. Viele Eltern würden da wohl ganz auf eine Montage verzichten. Der in der Benutzerinfo enthaltene Hinweis, auf die Griffe Spülmittel zu geben, führt nach Meinung des Labors dazu, dass sich die Griffe wieder leicht lösen könnnen. Auch das ist ein Sicherheitsrisiko.
Qualitätsunterschiede fand das Labor bei den Benutzerinformationen der Räder. Diedes Janosch-Bike Holzlaufrad mit Wippe und des Like A Bike Mountain, Holzlaufrad, blauer Sattel sind nach Meinung der Tester hinsichtlich der Warnhinweise zu knapp ausgefallen.
Bereits beim Test Fahrradlenkergriffe vor einem Jahr fanden wir in vielen Produkten bedenkliche Weichmacher aus der Gruppe der Phthalate. Das ist auch bei den meisten Laufrädern der Fall. Erfreulich schnitten hier das Puky Laufrad M, für frühe Anfänger und das Kettler Laufrad Speedy ab. in deren Griffen sich keine Weichmacher fanden.
Problematische Mengen zinnorganischer Verbindungen stecken in vier Lenkergriffen. Besonders negativ fiel das Like A Bike Mountain Holzlaufrad, blauer Sattel auf, dessen Griffe stark erhöhte Werte des besonders problematischen Dibutylzinns (DBT) und darüber hinaus noch stark erhöhte Werte anderer zinnorganischer Verbindungen enthalten.
Alle acht untersuchten Griffe enthalten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).
So reagierten die Hersteller
Der Anbieter des FirstBike Cross Silver mit Safety-Stop Bremse teilte uns mit. er sei „geschockt” über die hohe Phthalatmenge in den Griffen und werde auf phthalat- und PAK-freie Griffe umstellen. Man werde jedoch erst wieder ein FirstBike an Kunden versenden, wenn man ein positives Ergebnis durch ein unabhängiges Prüflabor bezüglich der Unbedenklichkeit der neuen Griffe habe.
Klaus Späne
So haben wir getestet
Sind Laufräder für den Einsatz im Alltag gewappnet und widerstehen sie auch gelegentlichem Fehlgebrauch? wollten wir wissen und haben die Flitzer von den Spezialisten für ,,muskelbetriebene Fahrzeuge” von velotech.de aus Schweinfurt –dabei handelt es sich um ein unabhiingiges Dienstleistungszentrum für Produktsicherheit – nach dem neuesten Stand der Technik untersuchen lassen.
Die Belastungen, denen die Rädchen unterzogen wurden, sowie die Prüfverfahren gingen über die sicherheitstechnischen Vorga- I ben der Sicherheitsnormen hinaus. ,,In denen sind Mindestanforderungen für einfachste Qualität vorgesehen”, begründet Zweirad prüfer Ernst Brust diesen Schritt und erläutert die Prüfphilosophie „Wir gucken, was die Kinder draußen machen und ermitteln mi Messgeräten die Betriebslasten. Laufräder sind Spielzeug, mit d
oft recht grob umgegangen wird. Die Kinder fahren über Bordstein oder gegen eine Wand, lassen das Gefährt bei Wind und Wette draußen stehen, es fährt ein größeres Kind oder es setzt sich ei Erwachsener zum Spaß drauf.”
All diese Eventualitäten simulierte velotech.de mithilfe verschied dener Belastungstests.
Auf dem Rollenprüfstand ratterten die Räder auf einer Sollprüfstrecke von 25 Kilometern über rotierende Walzen, auf denen 18 und zwölf Millimeter hohe Leisten die Belastung durch Fahrbahnstoße nachbilden. Gewichte am Lenker simulierten das Fahrergewicht. „Da trennt sich die Spreu vom Weizen”, erklärt Ernst Brust und nennt Probleme: gelöste Schrauben, Hinterbau verzogen, Vorderrad mit großem Lagerspiel, Testabbruch waren Ergebnisse dieser Härteprüfung.
Endgültigen Aufschluss über die Belastbarkeit der Laufräder gibt der Crashtest. Pendelnd gehängt prallen die Räder zehn Mal mit 15 und drei Mal mit 50 Newtonmeter bei jeweils gleichem Reifendruck gegen eine Betonwand. Sie soll Hin- dernisse wie Bordsteinkanten oder Wände simulieren, über und gegen die Kinder donnern.
Bei Kindern ist es auch normal, dass sie ein Rad mal achtlos auf den Boden werfen. Ein Grund für velotech.de, den sogenannten Prallschutz am Lenker einem Falltest zu unterziehen. Schauen danach nackte Metallteile heraus,
gab es Punktabzüge. Dasselbe ist der Fall, wenn kein Prallschutz vorhanden ist oder sich dieser kaum montieren lässt.
Am Ende mussten die Räder noch die Salzsprühkamrner über sich ergehen lassen. Jeweils 72 Stunden lang wurden die zehn Testkandidaten darin mit einer fünfprozentigen Salz- Iösung bei 32 Grad Celsius malträtiert. Damit soll getestet werden, ob Metallteile oxidieren. Dieser Teil der Prüfung soll die vielfältigen Umwelteinflüsse simulieren, die Räder im Alltag aushalten müssen.
Vorbereitung aufs Radfahren
Martin Kraft ist bei der Deutschen Verkehrswacht im Bereich Kinder und Jugendliche für Schulverkehrserziehung zuständig.
ÖKO-TEST: Laufräder boomen. Wird Ihnen dabei nicht angst und bange, wenn sie an die möglichen Unfallgefahren denken?
Kraft: Nein. Ein Laufrad ist die optimale Vorbereitung für das spätere Radfahren. Es ist das größte Problem, das Kinder bei ihrem ersten Fahrrad und auch später noch haben, das Rad auch motorisch zu beherrschen: Sie müssen die Balance halten, müssen Gefahrensituationen erkennen und richtig darauf reagieren
können – zum Beispiel bremsen, rufen, ausweichen – und dabei immer ihre Umgebung im Blick haben. Das kann man mit dem Laufrad oder auch mit
dem klassischen Roller mit Ballonreifen wunderbar üben.
ÖKO-TEST: Können die Kinder mit Laufraderfahrung gleich auf den Straßenverkehr losgelassen werden?
Kraft: Davon würde ich abraten. Kinder in diesem Alter sind im Straßenverkehr noch überfordert. Dies lernen sie üblicherweise erst bei der klassischen Radfahrausbildung im vierten Schuljahr. Unabdingbare Grundlage dafür
ist aber eine motorische Beherrschung des Fahrrades. In umfangreichen Studien ist festgestellt worden, dass gerade die motorische Sicherheit der Kinder in den letzten Jahrzehnten kräftig abgenommenhat. Dies stellt eine erhebliche Unfallursache dar.
ÖKO-TEST: Worauf sollten Eltern achten, wenn Kinder ein Laufrad benutzen?
Kraft: Sie sollten die Räume eingrenzen, in denen die Kinder fahren. Mögliche Gefährdungsquellen wie Gehwege neben dicht befahrenen Straßen oder Gefälle müssen ausgeschlossen werden. Auf solchen Wegen sind Kinder in der Regel überfordert, wenn sie das Rad plötzlich stoppen oder auf Gefahren reagieren
müssen. Bei abschüssigen Strecken erreichen sie eventuell Geschwindigkeiten, die sie nicht mehr kontrollieren können. Am besten sind relativ geschützte Bereiche. Geeignet sind auch Fußgängerzonen. Ansonsten rate ich Eltern. darauf zu achten, dass die Kinder später möglichst vom Laufrad oder Roller direkt aufs Fahrrad umsteigen. Sie sollten nicht noch ein Fahrrad mit Stützrädchen schenken. Darauf lernen Kinder nicht das Radfahren, sondern nur
das Dreiradfahren.
Unsere Empfehlungen
1. Größe und Gewicht des Laufrades müssen zur Größe des Kindes passen. Wichtig ist die Aufstiegshöhe, nicht die niedrigste Einstellung des höhenverstellbaren Sitzes.
2. Ob Holz oder Metall: Über die Qualität sagt das Material meist nichts aus. Bei den Reifen sollte man nach Meinung von Experten jedoch besser zu Luftreifen als zu Hartgummi greifen, da sie vor allem auf Schotterwegen bequemer sind.
3. Bremsen können, müssen aber nicht sein, da die Kinder mit den Füßen anhalten können. Bremsen eignen sich eher für größere Kinder, kleinere können sie noch nicht richtig bedienen. Nachrüstung ist meist möglich. Sinnvoll ist ein Helm, da es bei jeder Geschwindigkeit zu Stürzen kommen kann.
Fett gedruckt sind Magel.
Abkürzung: n. u. = nicht untersucht, weil sich dieser Parameter durch die Zusammensetzung des Produktes erübrigt.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 188.
Anmerkungen: 1) Gesetzlich reglementiert in Kinderspielzeug und Babyartikeln.
2) Nach 40 Prozent der Prüfstrecke von 25 km war der Hinterbau verzogen, das
Vorderrad wies ein großes Lagerspiel auf. DerTest musste nach 10, 1 km (Soll 25 km) abgebrochen werden. Eine Weiterführung hätte laut Testlabor zum Zusammenbruch des Laufrads geführt. 3) Die Verschraubungen des Holzrahmens am Steuerkopf mussten nach einem Prozent der Prüfstrecke nachgezogen werden. Nach zwei Prozent der Prüfstrecke versagte die Vorderradbefestigung in der Gabel. 4) Laut Anbieter werden seit Jahresbeginn phthalatfreie Lenkergriffe eingesetzt 5) Laut Anbieter ist der Verkauf des Produkts mit den bisherigen Lenkergriffen eingestellt worden, bis neue Griffe aus schadstofffreiem Material zur Verfügung stehen. 6) Laut Anbieter werden seit Dezember 2006 Lenkergriffe eingesetzt, die keine gesetzlich reglementierten Phthalate enthalten. Außerdem sei man dabei, auf Lenkergriffe umzustellen, die weder Phthalate noch PAK enthalten. 7) Laut Anbieter werden bereits Lenkergriffe mit Prallschutz mit Mindestdurchmesser 40 mm angeboten.
Legende: Produkte mit dem gleichen Testurteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Abwertung Praxisprüfung: Zur Abwertung um fünf Stufen führt: ein sicherheitsgefährdender Schaden vor Ende der Prüfstrecke auf dem Rollenprüfstand. Zur Abwertung um jeweils zwei Stufen führen: a) gelockerte Klemmschrauben am Rahmen nach dem „Gegen die Wand fahren” mit 50 Nm; b) Sicherheitsrisiken am Laufrad (Lenkergriffe mit nicht vorhandenem Prallschutz mit einem Min
destdurchmesser von 40 mm; nach dem Falitest durchgestoßene Lenkergriffe mit Prallschutz; Verletzungsgefahr, da Lenkergriffe nur schwer montierbar, weil Lenkergriffe und Lenker unterschiedlich geformt sind). Zur Abwertung um eine Stufe führt: eine zu knappe Benutzerinformation, die nicht in allen Punkten den Anforderungen des Gerätesicherheitsgesetzes und der EN 71 entspricht.
Abwertung Schadstoffprüfung: Zur Abwertung um jeweils vier Stufen führen: a) ein stark erhöhter Gehalt von in der Summe mehr als 1.000 mg/kg der gesetzlich reglementierten Phthalate Diethylhexylphthalat (DEHP), Dibutylphthalat (DBP), Diisononylphthalat (DINP), Diisodecylphthalat (DIDP), Butylbenzylphthalat (BBP) und Di-n-octylphthalat (DNOP) und/ oder ein stark erhöhter Gehalt von mehr als 100.000 mg/kg weiterer Phthalate; b) ein stark erhöhter Gehalt von mehr als 250 ug/kg Dibutylzinn (DBT) und/oder ein stark erhöhter Gehalt von mehr als 2.500 ug/kg anderer zinnorganischer Verbindungen; C) ein stark erhöhter Gehalt von mehr als 1.000 ug/kg Gesamt-PAK. Zur Abwertung um jeweils zwei Stufen führen: a) ein erhöhter Gehalt von in der Summe mehr als 100 bis 1.000 mg/kg der gesetzlich reglementierten Phthalate Diethyihexylphthalat (DEHP), Dibutylphthalat (DBP), Diisononylphthalat (DINP), Diisodecylphthalat (DIDP), Butylbenzylphthalat (BBP) und Di-n-octylphthalat (DNOP), falls nicht schon wegen stark erhöhter Gehalte an gesetzlich reglementierten Phthalaten oder weiterer Phthalate um vier Stufen abgewertet wurde; b) ein erhöhter Gehalt von mehr als 25 bis 250 ug/kg Dibutylzinn (DBT) und/oder ein erhöhter Gehalt von mehr als 25 bis 250 ug/kg Tributylzinn (TBT) und/oder ein erhöhter Gehalt von mehr als 250 bis 2.500 ug/kg anderer zinnorganischer Verbindungen, falls nicht schon wegen stark erhöhter Gehalte an Dibutylzinn oder anderer zinnorganischer Verbindungen um vier Stufen abgewertet wurde; C) zwei bedenkliche Schwermetalle, darunter mehr als 1.000 mg/kg Blei; d) ein erhöhter Gehalt von mehr als 100 bis 1.000 ug/kg Gesamt-PAK Zur Abwertung um eine Stufe führen: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe im Produkt. In das Gesamturteil gehen das Testergebnis Praxisprüfung zu 70 Prozent und das Testergebnis lnhaltsstoffe zu 30 Prozent ein. Bei den Produkten ohne Kunststofflenkergriffe beruht das Gesamturteil zu 100 Prozent auf dem Ergebnis der Praxisprufung. Ein Produkt mit einem ,,ungenügenden’’ oder ,,mangelhaften” Testergebnis lnhaltsstoffe kann jedoch nicht besser sein als ,,ausreichend’’. Ein Produkt mit sicherheitsgefährdendem Schaden vor Ende der Prüfstrecke kann nicht besser sein als „ungenügend”.
Testmethoden: Praxisprüfung: Rahmenwerkstoff, Rahmen-Nr., Laufrad-Durchmesser X Breite in Millimeter (mm)/Bereifung, Sattelhöhe min/max in mm, Lenkerhöhe min/max in mm, Lenkerbreite mit Griffen, Leergewicht, Achsenabstand, Ausstattung (Bremse, Glocke, Trittbrett, Montagewerkzeug, Lenkerpolster, Schutzblechstummel), Vorderrad-/Hinterrad-Ausfallsicherung, zulässiges Gesamtgewicht: Sichtprüfung auf der Basis von EN 71 und
DIN EN 14 765, angewendet auf Kinderlaufräder (wie auch im Weiteren). Benutzerinformation (vollständig, Umfang, Warnhinweise ausreichend, Angaben des Herstellers zur Benutzung, Bilder): Sichtprüfung auf der Basis von
Gerätesicherheitsgesetz und EN 71. Sicherheitsrisiken am Laufrad: 1. Drehmomente, Handhabung Klemmung und Außenkonturen durch Abtasten mit Händen auf der Basis von DIN EN 14 765; 2. Sichtprüfung auf Ausstattung
mit Lenkergriffen mit Prallschutz (Mindestdurchmesser 40 mm) auf Basis von EN 71 und DIN EN 14 765 sowie, Montage; 3. über Anforderungen von EN 71 und DIN EN 14765 hinaus wurde zusätzlich durch Falltest (seitliches Umfallen auf Betonboden je 50 X rechts und links) überprüft, ob die Lenkerenden die Lenkergriffe mit Prallschutz durchstoßen. Statische Belastung: Überlast 5 X 100 kg/1 min., wippend und herumfahrend (eine Person auf dem Sattel). Rollenprüfstand: 5 Stunden, Sollprüfstrecke 25 km, 60.000 Fahrbahnstöße, Sattel mit 25 kg, Lenker mit 2 X 2.5 kg belastet, Leistenhöhe 12/18 mm auf der Basis von DIN plus 2006, angewendet auf Kinderläufrader. Gegen die Wand fahren:Abweichend von DIN EN 14765, die elnen Frontaistoß 1 X 27 Nm ohne Lenker- und Sattelbelastung gegen die abgestützte Hinterradachse vorsieht, wurde der Frontalstoß 10 X 15 Nm frei schwingend gegen die Wand durchgeführt bei einer Lenkerbelastung von 2x 5 Kg; außerdem ein Frontalstoß 3 X 50 Nm mit einer Lenkerbelastung von 2 X 5 kg und einer Sattelbelastung von 30 kg. Korrosionsschutz: Salzsprühnebel 72-Stunden-Test, im Wechsel 10 Min. Besprühnebel mit 5-%-tiger Salzlösung, 50 Min. Ruhezeit, durchgehend bei 32 Grad Celsius.
Schadstoffe: Halogenorganische Verbindungen: Probe wurde mit Reinstwasser in der Soxhlet-Apparatur eluiert, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische
Bestimmung des Halogengehaltes. Zinnorganische Verbindungen: ETOH, Na-DDTC, NaBET4, Hexan, GC-AED. PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe): Fest-Flüssig-Extraktion; GC-MSD. Schwermetalle: Totalaufschluss in der Mikrowelle, Elementbestimmung mittels ICP-MS. Phthalate/phenolische Verbindungen: GC/MS nach Extraktion mit Aceton/Ethylacetat und Derivatisierung. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Beilsteinprobe. Einkauf der Testprodukte: Februar 2007. Anbieterverzeichnis: siehe Seite 190.